Tom Sawyers Abenteuer und Streiche

Obwohl dies Buch vor allem zur Unterhaltung der kleinen Welt geschrieben wurde, so darf ich doch wohl hoffen, daß es auch von Erwachsenen nicht ganz unbeachtet gelassen werde, habe ich doch darin versucht, ihnen auf angenehme Weise zu zeigen, was sie einst selbst waren, wie sie fühlten, dachten, sprachen, und welcher Art ihr Ehrgeiz und ihre Unternehmungen waren.

Die meisten der hier erzählten Abenteuer haben sich tatsächlich zugetragen. Das eine oder das andere habe ich selbst erlebt, die anderen meine Schulkameraden. Huck Finn ist nach dem Leben gezeichnet, nicht weniger Tom Sawyer, doch entspricht dieser nicht einer bestimmten Persönlichkeit, sondern wurde mit charakteristischen Zügen mehrerer meiner Altersgenossen ausgestattet.

Ich muß hier bemerken, daß zur Zeit meiner Erzählung - vor dreißig bis vierzig Jahren - unter den Unmündigen und Unwissenden des Westens noch die seltsamsten, unwahrscheinlichsten Vorurteile und Aberglauben herrschten.

 Hartford, 1876.

Der Verfasser. 

 

Mark Twain beschreibt in dem Buch einige selbst erlebte Ereignisse. Als Vorlage für den literarischen Ort „St. Petersburg“ hat der Autor die Stadt Hannibal in der Nähe von St. Louis verwendet, in der er selbst aufwuchs (weshalb es möglich ist, Orte des Romanes – wie zum Beispiel die Höhlen – tatsächlich heute noch zu besuchen.). Diese Tatsache gilt als Grund dafür, dass der Roman, im Gegensatz zu seinem Nachfolger Huckleberry Finn, den Charakter einer Idylle beibehält und insgesamt eine harmonische und intakte Welt beschreibt.

Auch die Erzählperspektive resultiert daraus: So gibt es hier einen ironisch-distanzierten Erzähler, der die Erlebnisse der Jungen schildert. Erst die Ich-Perspektive, zu der Mark Twain in Huckleberry Finn wechselt, nimmt moralische Konflikte ernst und macht auf diese Weise eine Gesellschaftskritik möglich.

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